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Details zu Slime

Bandinfos

1979: Gründung. Elf, Eddie, Ball. Noch ohne Sänger. Dirk kommt einige Monate später dazu. Erster gemeinsamer Gig im Hamburger Jugend-Knast Neuengamme. 1980: Erste Single: Bullenschweine. Christian steigt als zweiter Gitarrist ein. Gigs auf Schulfesten, Demos, politischen Veranstaltungen. 1981: Erste LP. Selbstproduziert, ohne Vertrieb, ohne Label. Handverkauf nach Gigs. Erste größere Popularität, da Lieder wie "A.C.A.B.", "Bullenschweine", "Deutschland muß sterben" etc. im ganzen Land den "Soundtrack" zu militanten Demos abgaben. Gigs von Lautsprecherwagen auf Demos. Legendärer Gig am Wochenende der Anti-Haig Demo auf dem Nollendorfplatz in Berlin. Ball verläßt die Band, Stephan M., Freund der Band und schon musikalischer Mitarbeiter auf der ersten Platte, wird neuer Trommler. Diverse Gigs mit anschließenden Straßenschlachten, vor allem im Berliner SO 36. 1982: Zweite LP "Yankees raus". Beiträge zum Sampler "Soundtrack zum Untergang" des Berliner Labels "AGR". Legendäre "Untergangs-Tour" im geliehenen Käfer durch Deutschland mit Betoncombo, Aheads und Middle Class Fantasies. Aufgrund immer größer werdender Popularität erste Anfeindungen und Ausverkaufsvorwürfe aus den "eigenen Reihen", sprich von radikalen Linken und der Punkszene. In München und Hannover Prügeleien mit dem Publikum. Anzeige wegen Beamtenbeleidigung, Aufruf zur Gewalt und Verunglimpfung staatlicher Einrichtung. Hausdurchsuchung im Hamburger Plattenladen "Rip Off" und Konfiszierung der ersten LP im ganzen Land. AGR-Labelchef Walterbach erhält Anzeige. Band beruft sich auf "künstlerische Freiheit". AGR zahlt Strafe. "Deutschland", "Bullenschweine", sowie "Polizei SA/SS" auf dem "Soundtrack zum Untergang"-Sampler werden zensiert und mit Pieptönen versehen, dürfen nicht mehr live gespielt werden. Dieser beispiellose Vorgang trägt nicht gerade zur Verminderung des Bekanntheitsgrades der Band bei. 1983: Legendärer Gig in Hamburg-Harburg mit den "Dead Kennedys" und "MDC": Eine Hundertschaft Bullen wartet unter der Bühne wegen eventuell zu erwartenden Ausschreitungen und Überwachung des "Bullenschweine-Polizei SA/SS-Spielverbots". Es bleibt jedoch ruhig. Sogar als Dirk bei der Ansage zu "SA/SS" Anspielungen darauf fallenläßt, wer denn da direkt unter der Bühne kauert ... Es heißt, 26 Beamte quittierten nach dem Abend aufgrund der erlittenen Angstqualen ihren Dienst. Dritte Platte "Alle gegen Alle". Gigs ohne Ende - meist für Benzingeld. Gemeinsame Auftritte mit "Bad Brains" in Osnabrück, und "Ton Steine Scherben" in Neumünster. 1984: Kurz nach der vierten Platte "Live in Berlin", trennt sich die Band. Stephan: "Uns ging der Vorwurf, kommerziell geworden zu sein, furchtbar auf die Nerven. Leute, die keine Probleme hatten, zwanzig oder dreissig Mark für eine englische oder amerikanische Punkband zu zahlen, beschwerten sich bitter, wenn sie für ein Slime-Konzert einen Zehner löhnen sollten. Für die waren wir dann "Kommerzschweine". - Auf der anderen Seite waren wir für andere, große Teile der Punkszene die "Helden", wir hatten da so einen Status, mit den wir nicht viel anfangen konnten und wollten, der uns sogar ein bißchen Angst machte. Wenn du selbst "Keine Führer" forderst und damit selbst einer wirst, läuft irgendetwas schief. Wir wollten keine Helden sein und einige Leute wollten uns dazu machen. Wir sahen damals keine andere Lösung als aufzuhören." In den Jahren 1985 - 89 kamen Slime trotz der "offiziellen" Auflösung mehrere Male zusammen, um Konzerte zu geben, so z.B. in Hamburg im Störtebeker an der Hafenstraße, im "Logo" für einen Hafenstraßen-Soli-Gig oder auf der ersten Störtebeker-Elb-Barkassenfahrt, die nicht nur die Vernichtung von Zweitausend Liter Bier mit sich brachte, sondern um ein Haar als spektakulärste Katastrophe in die Analen der Geschichte des Hamburger Hafens eingegangen wäre. Selbst während dieser Zeit, in der sich Slime rar gemacht hatten und keine Platten erschienen, wuchs ihr Bekanntheitsgrad. Die Band war und blieb Sinnbild des musikalischen Widerstandes gegen Staat und Faschisten, Polizeiterror und Unrecht, Träger vieler Hoffnungen auf eine Utopie: ein Leben ohne Unterdrückung durch den Staat. 1990: Aufgrund einiger Gigs in Essen, Berlin und vor allem in der Hamburger Fabrik - wo ca. 2500 Leute anschliessend die gesamte Barnerstrasse zu einem Volksfest machten, bis die, aus Bauabsperrungen enzündeten Feuer den Asphalt schmelzen ließen und ein Riesen-Bullenaufgebot die Party gewaltsam beendete, begann die Band über eine Wiederaufnahme der Zusammenarbeit nachzudenken. 1991: Veröffentlichung der LP "Die Letzten", mit z.T. älteren Liveaufnahmen und Coverversionen. Ebenfalls 1991: Der "Viva St.Pauli" Gig im Hamburger St.Pauli Stadion vor 10.000 Zuschauern. Vielleicht entscheidester Moment für den Entschluß der Reunion. Stephan: "Wir haben gemerkt, daß in keiner anderen Konstellation von Bands, die wir zwischenzeitlich machten, so viel Power und Dynamik - musikalisch wie persönlich - zustande kam wie bei Slime. Das paßte einfach optimal zusammen. Außerdem dachten wir: Es gibt politisch keinen besseren Zeitpunkt als jetzt - nach dem Anschluß der DDR, und den damit verbundenen Aufflammen der ganzen schwehlenden Nazi-Scheiße - wieder zusammenzuspielen. Bands wie Slime sind wichtig um den allgemeinen Faschotendenzen (auch im Punk) klare Zeichen entgegenzusetzen. Hoyerswerda, Rostock, Solingen usw. waren schon konkrete Anläße. Es reicht einfach nicht, "Nazis raus!" zu brüllen und das war es dann. Zumal wir auch eine dermaßene Wut hatten und uns nicht mit unseren Ohnmachtsgefühlen abfinden wollten." 1992 erscheint "Viva la Muerte", ein Album, welches der Band mittlerweile zu gemäßigt ist. "Wir hatten Startschwierigkeiten. Viva la Muerte war Einstieg nach der Pause, gerade soundmäßig und vom Ausdruck her wußten wir noch nicht genau was wir wollten. Das änderte sich aber grundsätzlich nach der darauffolgenden Tour, die die Band wieder zusammenschweißte, und das hört und spürt man ja auch auf der darauffolgenden Single "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland". 1993 folgt "Schweineherbst", das beste Slime-Album - weil musikalisch wie politisch klarste. Slime gründet dafür ein eigenes Label. Stephan: "Das war wichtig für uns, auch als eine Art "Back to the Roots", die Platte unabhängig und in alleiniger Verantwortung herauszubringen. Das hieß Punk für uns immer: Kreativität, seinen eigenen Weg suchen und finden, die Sache exakt auf den Punkt bringen. Dazu muß man differenzieren ... Es geht uns nicht mehr darum, nur passende Parolen zu liefern. Punk ist für uns nichts Destruktives oder Negatives, sondern Medium, um z.B. unsere Wut oder unsere Bestürzung auszudrücken. "Wut" ist etwas anderes als "Hass". Hass ist keine Kraft, mit Wut kannst du etwas bewegen." Doch Slime war nie so angelegt, großartige Veränderungen oder Differenzierungs-Metamorphosen zuzulassen, dafür waren sie zu radikal, und so war auch der "Auftrag" ihrer Fans. Zwar reagierte die Band immer gelassen auf Anarchronismus-Vorwürfe (Dirk: "Unser Ding war es, Zeichen zu setzen gegen politische Schweinereien, mit Musik, die verstanden wird. Das hatte viel Kraft, schränkte allerdings die Bewegungsfreiheit ein ..."), doch wurde diese Unmöglichkeit, das Image, was Slime sich selbst geschaffen hatte, zu verändern, zu einem unangenehmen Gefühl des Eingesperrtseins, ähnlich wie Anfang der achtziger Jahre. Die Deutschlandtour zum "Schweineherbst" wird trotz des großen Erfolges Anlaß für die Band, ihre Position noch kritischer zu beleuchten. Stephan: "Alles schien so eingefahren, das war teilweise wie echte Rock-Show. Ich habe öfter gedacht: Was machen wir hier eigentlich? Was ist mittlerweile unsere Aufgabe? Schlußpunkt war für mich der Auftritt im "WDR-Rockpalast". Das waren wir nicht mehr" Ende 1994 beschloß man, sich zu trennen, es sollte endgültig Schluß sein. Stephan: "Wir standen immer für eine klare, radikal linke Position. Was wir sagen konnten und wollten, haben wir gesagt. Was sollte nach "Schweineherbst" noch kommen? Du kannst dich nicht permanent wiederholen, nur weil du glaubst, das Pferd ist noch am Laufen. Das ist langweilig ..." Mit ihrem plötzlichen Abgang scheinen Slime auch ihrer Radikalität treu zu bleiben ... "Was Slime war, kommt gut in dem Lied "Brüllen, zertrümmern und weg" auf den Punkt. "Und so ist es jetzt auch: Wir brüllten, Wir haben zertrümmert - Nun gehen wir." Zum Abschied hinterliessen Slime eine Live-Platte, eine Aufnahme aus der Großen Freiheit 36 in Hamburg von der "Schweineherbst-Tour" im Frühjahr 94. Ein letztes Mal Slime mit ihrer geballten Energie - das, was sie sich gerade auf ihren Live-Konzerten bis zuletzt bewahrt haben. Da das Interesse an Slime auch sechs Jahre nach der endgültigen und unwiderruflich letzten Trennung riesengroß war, beschloß die Band im Jahr 2000 diese Internet-Seite zu starten. Sie ist eine Dokumentation der Band-Geschichte für alle alten, und vor allem die neuen Fans sein, die Slime leider nie live erleben konnten.

Heimatstadt: St. Pauli

Genre: Punk


Slime live *

Wann Wo
29.11.2019 Felsenkeller, Leipzig
30.11.2019 Thüringenhalle, Erfurt
06.12.2019 Hirsch, Nürnberg
07.12.2019 Café Central, Weinheim
17.01.2020 Faust, Hannover
18.01.2020 Bastard Club, Osnabrück
24.01.2020 Feierwerk, München
25.01.2020 Szene, Wien (A)
31.01.2020 Stattbahnhof, Schweinfurt
01.02.2020 Schlachthof, Wiesbaden
07.02.2020 Turock, Essen
08.02.2020 Gebäude 9, Köln
14.02.2020 Speicher, Husum
15.02.2020 Speicher, Husum
21.02.2020 Pumpe, Kiel
22.02.2020 Schlachthof, Bremen
13.03.2020 SO 36, Berlin
14.03.2020 SO 36, Berlin
20.03.2020 Große Freiheit 36, Hamburg
03.04.2020 Juz Mergener Hof, Trier
04.04.2020 Musikbunker, Aachen
17.04.2020 Between, Bregenz (A)
18.04.2020 Reitschule, Bern (CH)
03.07.2020 Flugplatz Schwarze Heide, Hünxe
10.11.2028 Schlachthof, Wiesbaden

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Songs in der Playlist

Hier Und Jetzt (2017)

Song erster Stream letzer Stream Anzahl
Banalität Des Bösen 29.09.2017 20.11.2019 54
Bekenntnis Zu Einem Paradoxon 12.10.2017 13.11.2019 34
Brandstifter 17.10.2017 20.10.2019 38
Der Siebte Kontinent 06.10.2017 12.11.2019 38
Die Geschichte Des Andreas T. 15.10.2017 13.11.2019 33
Die Stummen 05.10.2017 25.10.2019 34
Ernie Und Bert In Guantanamo 10.10.2017 31.10.2019 28
Für Alle Zeit 01.10.2017 18.04.2019 34
Hier Und Jetzt 02.10.2017 16.11.2019 31
Ich Kann Die Elbe Nicht Mehr Sehen 08.10.2017 27.09.2019 35
Let's Get United 30.09.2017 12.10.2019 31
Patrioten 09.10.2017 23.03.2019 27
Schöne Neue Welt 03.10.2017 19.10.2019 31
Sie Wollen Wieder Schießen Dürfen 04.10.2017 22.02.2019 24
Spinner 29.09.2017 10.08.2019 30

Unsere Lieder (2017)

Song erster Stream letzer Stream Anzahl
Unsere Lieder 02.08.2017 30.10.2019 36

Unbekannt (2016)

Song erster Stream letzer Stream Anzahl
Sie Wollen Wieder Schießen Dürfen 20.05.2016 14.09.2019 91

Rock'n'Roll Is The Devils Music (2012)

Song erster Stream letzer Stream Anzahl
Revoluzzer 01.01.2015 17.10.2019 25

(-)

Song erster Stream letzer Stream Anzahl
A.C.A.B. 20.02.2015 29.10.2019 26
Alle gegen Alle 31.01.2015 22.10.2019 38
Ansage 07.02.2015 11.11.2019 29
Bullenschweine (unzensiert) 21.02.2015 15.04.2019 27
Deutschland (neue Version) 11.01.2015 17.10.2019 25
Etikette tötet 24.02.2015 18.10.2019 34
Hey Punk 16.01.2015 10.11.2019 42
Iran 01.04.2015 12.11.2019 30
Legal Illegal Scheissegal 08.01.2015 17.11.2019 30
Oh Boy (Junge Junge) 20.02.2015 12.10.2019 37
Sich Fügen Heisst Lügen 19.02.2015 15.10.2019 21
Störtebecker 01.02.2015 05.09.2019 32
Untergang 22.01.2015 28.10.2019 47
Yankees Raus 30.01.2015 10.05.2019 37