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Leider viel zu selten bringen Bands noch 10-Zoll EPs raus. LPs, klar, Singles auch immer gern, aber 10-Zöller sind doch echt rar geworden. Umso größer die Freude über die neue KSM40 namens "the taste of rust". Dazu sympathischerweise in allerfeinster DIY-Manier präsentiert. Sympathiepunkte gibts also schonmal vorab. Musikalisch gibts, wie von den Kölnern gewohnt ein ordentliches Brett, wer braucht schon Bremsen? Irgendwo im Spannungsfeld zwischen Hardcore und Punk gibts 13 Songs (auf 'ner 10", ja, rechnet mal nach) in extrem gut passender Produktion. Textlich was düsterer als die Sachen, die man sonst so von KSM40 gewohnt sein mag und vor allem stellenweise sehr persönlich. Ich hab ja immer Respekt vor Leuten, die ihre Seele so in die Öffentlichkeit stellen (dazu auch die Linernotes am Ende des Booklets lesen) und es passt hier einfach wahnsinnig gut. Durch die persönlichen Texte und die DIY-Produktion ist das quasi Authentizität (das Wort hab ich im Duden nachgeschlagen) pur. Definitiv 'ne Platte, die man, wenn man auf die härtere Gangart steht, besitzen sollte. Fantastisch auch die Anspielung auf eine nicht ganz unbekannte Fernsehserie ("rock paper scissors spock lizard", ja ich weiß, dass es das schon länger gibt als die Serie, dennoch glaube ich fest, dass es auf die Serie bezogen ist), der einzige weniger ernste Track auf dem Album. Der Titeltrack selbst ist Seelenstriptease pur und, dem Knüppel-aus-dem-Sack-Musikstil sei dank, kein bisschen peinlich oder pathetisch.
"The taste of Rust" ist eine ehrliche, musikalisch laute und inhaltlich leise Platte, die mit zu dem besten gehört, was ich in letzter Zeit aus der Hardcore-Ecke gehört hab.
Tracklist:
- s-bahn surfen
- short attention span punk
- the taste of rust
- durchs kleine glas betrachtet
- steinbeisser
- a link to the past
- stupid ink radishpicker
- ksm40 bleibt!
- im gleisbett
- rock paper scissors spock lizard
- auge herz hals maul
- die welt ist intakt
- the taste of rust - reprise
Zu erwerben bei KSM40.
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