|
Ich als rechtschreibaffiner Mensch schreib Spontanität natürlich groß, und daher gings am Freitag abend eher ungeplant ins FZW zur Club Sabotage Party mit Olli Schulz, the Hickey Underworld und Guitarshop Asshole nebst anschließender Party. Das Konzept der Veranstaltung nutzt die Möglichkeiten des FZWs aus, das ja drei unterschiedliche Lokalitäten bietet. So machten die local heroes Guitarshop Asshole im Cafe den Auftakt, anschließend spielten the Hickey Underworld im kleinen Konzertraum und abschließend Olli Schulz im großen Konzertsaal.
Angekommen bin ich erstmal ohne jede Vorbereitung, telefonisch war im Vorfeld (professionell wie ich bin hab ich 'ne Stunde vorher versucht jemanden zu erreichen, das Glück ist mit den Doofen) kein Staat zu machen. Also mit Fototasche zum Eingang und gefragt ob fotografieren ok ist. Der Mensch am Einlass hat dann den Veranstalter (Michael Lohramnn, Herausgeber des Visions) geholt, und der hat dann sein ok gegeben. Fand ich sympathisch.
Den Auftakt machten wie erwähnt Guitarshop Asshole, die ich schonmal irgendwann live gesehen hatte. Ging also irgendwann im Cafe los, vor leider noch wenigen Gästen und mit noch weniger Licht. Im Grunde gabs überhaupt kein Bühnenlicht, aber die Band kann schon was. Musikalisch ist deren dreckiger Punk'n'Roll eh mein Ding, live haben die auch was drauf, war ein prima Auftakt. Zumindest musikalisch, fotografisch ist das eher Mist.
Anschließend dann the Hickey Underworld aus Belgien. Hatte ich noch nie von gehört und musikalisch hatte das was MySpace bot, deutlich Luft nach oben. Live fand ich die dann aber doch erstaunlich gut, Spass hatten die auch. Also nix zu meckern. Und im Grunde ist ja jede anständige Band live gefälligst besser als aus der Konserve.
Abschließend dann Olli Schulz. Passte musikalisch natürlich überhaupt nicht zu den beiden anderen Acts, sah man auch deutlich in der Zusammensetzung des Publikums, der Altersdurchschnitt sank, der Prozentsatz der Zahnspangenträgerinnen stieg. Und ist musikalisch auch eher nicht mein Ding, zu wenig Bumm und Krach für meine punkgestählten Ohren. Aber Entertainer-Qualitäten hat er wohl der gute Olli, auch wenn der Mehrwehrt fürs Publikum diskussionswürdig ist, wenn man Leute aus dem Publikum mehr oder weniger bekannte Lieder schlecht nachsingen lässt. Dafür fand ich dann Spass an seinen Texten, Hamburg halt.
Anschließend war dann noch Party/Disco, mit unterschiedlicher Musik in den verschiedenen Räumen. Da waren dann interessanterweise mehr Leute als beim Konzert. Komische Leute, die lieber Konservenmusik als Live hören. War aber dank einiger bekannter Gesichter dann ganz witzig, aber lange hab ichs dann nicht mehr ausgehalten und bin durch den Schneesturm zum Nachtbus gestapft. Auf nassen Socken aufgrund eines unkooperativen Loches in der Schuhsohle.
Im Grunde wars 'ne gute Veranstaltung, das FZW hat nettes Personal, guten Kaffee und 'ne freundliche Security. Und es gab zwischen 21 und 24 Uhr 2 Bier zum Preis von einem. Dumm nur das ich keine drei Hände hab, Bier links, Bier rechts und wo dann die Kamera hin? Leider hat das neue FZW aber bei weitem noch nicht den Flair des alten FZWs, ist noch sehr steril. Und mir auch ein bisschen zu groß. Mal gucken wie sich das weiterentwickelt.
Fotos: Hier lang! |